„Ich bin ein Fernsehstar!"

 NDR-Team berichtete live aus dem Heimathaus Wettrup über „Tuunscheren'

el WETTRUP. Knisternde Spannung herrschte am Donnerstagnachmittag dem 19. Feb. 2009 im Heimathaus Wettrup. Grund war das Fernsehteam des NDR, das live im Rahmen der Reportage „Mein Nachmittag" aus der emsländischen Gemeinde berichtete.

„Eine Minute noch!", ruft der Aufnahmeleiter, und die Akteure fingern noch einmal nervös an Hemd und Bluse. Dann richten sich die Kameras auf Reporterin Sandra Eckardt sowie auf Wilhelm Fasthoff und Bernhard Stolte. Die beiden Wettruper demonstrieren den Fernsehzuschauern, wie „Tuunscheren" entstehen. „Ich mache das schon seit über 50 Jahren", berichtet Wilhelm Fasthoff und stellt den alten Brauch vor, der auch heute noch in Wettrup gepflegt wird.

Sandra Eckardt, die mit einem zwölfköpfigen Team nach Wettrup gekommen ist, erläutert den Zuschauern den alten Brauch, der wohl in der Zeit der Hollandgängerei in der Region entstanden ist. Ein Weidenstock, am besten aus dem Wettruper Moor, ist die Basis der Tuunschere; der Stock wird zunächst von der Rinde befreit und anschließend mit dem Messer „geschabt". Aus sieben Einzelteilen entsteht schließlich ein kleines Kunstwerk.

 

„Für den Schmuck sorgen die Frauen mit bunten Papierröschen", präsentiert Waltraud Fasthoff eine komplette Tuunschere. Zu dem Brauch gehörte früher das Schreiben von Tuunscherenbriefen, war zu erfahren.

Zu den Akteuren zählten auch Wettruper Schützenbrüder, die das traditionelle Scheibenschießen demonstrierten. Der amtierende König Martin Snöink durfte mediengerecht mit den Luftgewehr auf die Scheibe zielen. Dabei zitterte er so sehr, dass man sich fragte, ob die klirrende Kälte oder die Aufregung nach dem Motto „Ich bin ein Fernsehstar!" der Grund war.

Für gute Stimmung sorgten die „Oldikapelle" mit schmissigen Melodien und Märschen. Zum Tanz im Heimathaus traf sich schließlich die Wettruper Volkstanzgruppe auf der Diele des Heimathauses.

Initiiert hatte Hedwig Thele, Geschäftsführerin des Touristikvereins Freren, Lengerich und Spelle den Besuch des NDR-Fernsehteams in enger Abstimmung mit Hedwig Wilken-Keeve und Alfons Kuhl vom Kultur- und Heimatverein Wettrup als Veranstalter.